Krautheimer Studienbibliothek & Adolph S. Ochs Leselounge


©Gerhard Hagen_Neubau_Bibliothek

Die Krautheimer Studienbibliothek ist eine Fachbibliothek für jüdische Geschichte und Kultur und steht allen Interessierten offen. Sie befindet sich im Neubau des Jüdischen Museums Franken mit einem Lernbereich und die von Dr. Manfred Roth gestiftete Adolph S. Ochs Leselounge.

Die Studienbibliothek umfasst derzeit 12.000 Medien mit Fachliteratur und aktuelle Periodika zu den Themen Geschichte, Religion, Kunst und Kultur des Judentums. Dabei bilden die Primär- und Forschungsliteratur zur jüdischen Geschichte und Kultur in Franken den Schwerpunkt des Bestandes.

Zu den Sondersammlungen der Krautheimer Studienbibliothek gehören hebräische Druckerzeugnisse und Handschriften aus Franken aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, Familiennachlässe sowie Druckerzeugnisse aus dem Löwensohn Verlag Fürth, wie auch audiovisuelles Material.

Forschende können die Bestände der Bibliothek und des Archivs zu wissenschaftlichen Zwecken nutzen bzw. einsehen. Bestellungen müssen drei Werktage im Voraus angemeldet werden unter: bibliothek@juedisches-museum.org

Familienprogramm


Für Allgemeininteressierte und Familien plant die Krautheimer Studienbibliothek an Wochenenden Leseveranstaltungen und Vorträge an. Der Präsenzbereich wird auch um ausgewählte Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur, Graphic Novels und Kochbücher zur jüdischen Küche ergänzt.

Katalog


Seit April 2016 verzeichnet die Bibliothek Ihre Bestände im Bibliotheksverbund Bayern (BVB).

Alle Neuzugänge seit 2010 und ca. 20% Altbestand sind in unserem Online-Katalog nachgewiesen. Hier geht es zum OPAC.

Unsere restlichen Bestände werden sukzessive in den Online-Katalog überführt, können im Moment aber nur von unserem Personal vor Ort recherchiert werden.

Die Studienbibliothek im Jüdischen Museum Franken in Fürth mit Kunst am Bau.

Die Krautheimers als Namensgeber der Bibliothek


Alte Fotografie von Lotte Krautheimer, Teil der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Franken in Fürth.

Im Jahr 2000 übergab Lotte Fridman (geb. Krautheimer) eine bedeutende Spende an den Förderverein des Jüdischen Museums Franken für die Ausstattung der Bibliothek im geplanten Neubau. Damit war zugleich die finanzielle Grundlage für den Erweiterungsbau geschaffen.

Seit der Eröffnung des Neubaus trägt die umfangreiche Krautheimer Studienbibliothek den Namen der Familie, die der Stadt Fürth und dem Jüdischen

Krautheimer Krippe Säuglingszimmer

Museum Franken durch ihre Großzügigkeit gleich mehrere bedeutsame Einrichtungen ermöglicht hat.

Die bis heute bekannteste Einrichtung ist die Krautheimer Krippe. Eine Kinderkrippe, die 1912 errichtet wurde und dazu beitrug, die hohe Kindersterblichkeit in Fürth zu senken.

Adolph S. Ochs – Vom Zeitungsjungen zum Herausgeber der New York Times


Die Adolph S. Ochs Leselounge in der Krautheimer Studienbibliothek wurde mit einer großzügigen Spende von Dr. Richard Roth errichtete und nach dem Herausgeber der New York Times Adolph S. Ochs benannt.

Adolph Ochs‘ Vater Julius wanderte 1844 im Alter von 18 Jahren von Fürth in die USA aus und ließ sich in Cincinnati, Ohio, nieder. Er arbeitete dort als Französischlehrer, kämpfte 1848 im amerikanisch-mexikanischen Krieg und im Sezessionskrieg 1861-1865. Er heiratete in Nashville, Texas die gebürtige Pfälzerin Bertha Levy. Das älteste von insgesamt sechs Kindern war Adolph Simon Ochs. Nach Ende des Bürgerkriegs lebte die Familie Ochs in Knoxville, Tennessee, in der Nähe von Washington, wo der Vater von der Zentralregierung zum Kommissar bestimmt wurde. Dennoch lebten sie in bescheidenen Verhältnisse, so dass Adolph Simon mit elf Jahren als Zeitungsjunge dazu verdienen musste. Später begann er jedoch eine Druckerlehre und mit zwanzig Jahren borgte er sich Geld und erwarb „The Chattanooga Daily Times.“

Ochs JMF Fürth

1896 kaufte Ochs die „New York Times“ und rettete sie vor dem Konkurs. Der Rest ist Geschichte. Ochs machte die Zeitung zu dem was sie heute ist: Eine Zeitung, die seriösen, unabhängigen, kritischen und investigativen Journalismus betreibt. Ochs war auch Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Presseagentur „Associated Press“ und war in seiner Wirkungsstadt Cincinnati mäzenatisch tätig. 1930 besuchte er die Heimatstadt seines Vaters. Während seines Besuchs suchte er das Stammhaus der Familie Ochs in der Königstraße auf und besuchte Familiengräber auf dem Alten jüdischen Friedhof in Fürth.

Ochs war mit Effi Miriam, der Tochter des bedeutenden Reformrabbiners Dr. Isaac M. Wise, verheiratet. Ihre Tochter Iphigene Bertha Ochs heiratete Arthur Hays Sulzberger, der nach dem Tod Adolph S. Ochs im Jahr 1988 die Herausgeberschaft der New York Times übernahm. Bis heute wird die Zeitung von Nachfahren der Familie Ochs-Sulzberger geführt und seitdem sind sie immer wieder antisemitischen Verschwörungstheorien über die „jüdische Weltpresse“ ausgesetzt.

Nach Adolph Ochs wurde im Übrigen der antarktische Ochs-Gletscher benannt. Nach seiner Tochter wurde der Mount Iphigene in der Antarktis benannt.

Freunde der Krautheimer Studienbibliothek


Die Krautheimer Studienbibliothek ist das »Rückgrat« unseres Museums – ohne sie wäre die vom Museum zu leistende wissenschaftliche Arbeit undenkbar. Ohne die Bibliothek hätten Museumsbesucher*innen keine Möglichkeit, ihr Wissen zu Einzelaspekten jüdischer Geschichte und Kultur zu vertiefen.

Das Jüdische Museum Franken verfügt in Fürth über eine Präsenzbibliothek, die viele Ihre Buchanschaffungen für Forschende, Schulen und Lehrer, Familien und Kinder über Buchpatenschaften bezieht.

Wenn Sie ganz im Sinne der Stifterfamilie Krautheimer eine Buchpatenschaft für die Krautheimer Studienbibliothek übernehmen möchten oder die Bibliothek in einer anderen Weise unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an die Direktion unter: bibliothek@juedisches-museum.org.

Auf Wunsch platzieren wir ex libris in das gestiftete Buch in Erinnerung an den Stifter und die Stifterin oder an eine andere Person.