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Ausstellungseröffnung – Sehen und gesehen werden

Porträts jüdischer Persönlichkeiten aus franken vom 18. bis ins 20. Jh.
Wie sehen wir Menschen – und wie möchten sie gesehen werden? Welche Rolle spielt das Porträt bei der Sichtbarmachung von Identität, Haltung und Lebenswegen?
Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung „Sehen und gesehen werden“, die vom 27. November 2026 bis zum 28. März 2027 im Jüdischen Museum Franken in Fürth zu sehen sein wird und am Donnerstag, den 26. November 2026, um 19 Uhr eröffnet wird. Präsentiert werden historische Porträts – Schenkungen und Leihgaben aus den USA, England, Schweden, der Schweiz und Deutschland – jüdischer Persönlichkeiten aus dem fränkischen Raum des 18. 19. Und 20. Jahrhunderts.
Im Zentrum stehen Darstellungen von Unternehmern – etwa Hopfenhändlern –, Rabbinern, Künstler:innen, Kindern und Frauen, die sowohl traditionelle Rollenbilder als auch selbstbestimmte Lebensentwürfe verkörpern. Die Exponate veranschaulichen die Vielfalt jüdischer Lebensrealitäten in einer Epoche tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen. Sie machen individuelle Biografien sichtbar und eröffnen zugleich Einblicke in Prozesse der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Jüdinnen und Juden während des 18. und 19. Jahrhunderts.
Dabei stellt die Ausstellung Fragen nach der Bedeutung jüdischer Identität, Zugehörigkeit, sozialer Rollenerwartungen und geschlechtsspezifischer Zuschreibungen. Als Ausdruck von Selbstverständnis, gesellschaftlicher Präsenz und Positionierung fungieren die Porträts als visuelle Zeugnisse persönlicher wie kollektiver Identitätskonstruktionen. Sie bieten differenzierte Perspektiven auf jüdisches Leben jenseits stereotyper Darstellungen und konventioneller Narrative.
„Sehen und gesehen werden“ eröffnet den Dialog zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung und versteht sich somit als Einladung, die Vielgestaltigkeit individueller Selbstdarstellungen zu erkunden und historische Porträtkunst als Medium sozialer und kultureller Kommunikation neu zu betrachten.