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So, 13. Februar 2022, 13:00 - 16:00

„Niemand war zurecht im KZ“



Vortrag mit Professor Frank Nonnenmacher und Siegried Imholz

 

Erst am 13. Februar 2020 wurde nach 75 Jahren die Gruppe der sogenannten „Asozialen“ und „Berufsverbrecher“ als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Wer von der gesellschaftlichen Norm im Nationalsozialismus abwich, wurde kriminalisiert, verfolgt und deportiert. Anlässlich dieser längst fälligen Anerkennung findet im Jüdischen Museum Franken eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Fürther Bündnis gegen Rechts und dem VVN BdA statt.

 

Die Gruppe der sogenannten „Asozialen“ und „Berufsverbrecher“ galten im Nationalsozialismus als „Ballastexistenzen“, die durch Arbeit vernichtet werden sollten. Obdachlose, Bettler, Prosituierte, Frauen, die abgetrieben hatten und Alkoholkranke rutschten in diese Kategorien. Die Anerkennung dieses Unrechts wurde den Opfern nach 1945 verwehrt. Lebenslange Scham und sozialer Ausschluss bestimmten das Dasein vieler betroffenen Überlebenden nach 1945. Bis zum heutigen Tag wirkt die Stigmatisierung auch bei den Nachfahren fort. Schamhaft werden diese Opfer in den Familien oft verschwiegen und in der öffentlichen Erinnerungskultur marginalisiert. Schätzungsweise gab es 70 bis 90 Opfer aus Fürth und dem Fürther Umland.

 

Die Forschung hat diese ausgeschlossenen Opfergruppen bis vor wenigen Jahren ignoriert. Der emeritierte Professor für politische Bildung an der Goethe Universität Frankfurt am Main, Nonnenmacher initiierte den Appell „Vergessene Naziopfer“ um die Anerkennung dieser Opfergruppe zu erreichen. Sein Onkel hatte aus wirtschaftlicher Not und Hunger Diebstähle begangen, wurde als „Berufsverbrecher“ ins KZ deportiert. Er inspirierte später Konstantin Wecker zu dem Lied „Stumbannführer Meier“.

 

Professor Dr. Frank Nonnenmacher wird bei der Veranstaltung am 13. Februar 2022 als Hauptreferent die Verfolgungsgeschichte anhand seines Onkels Ernst und die Schwierigkeiten und Hürden für den Prozess der Anerkennung schildern. Siegfried Imholz trägt als Nebenreferent Biografien von Verfolgten dieser Opfergruppen aus Fürth bei.

 

Es gilt 2G+, Maskenpflicht (FFP2)

Anmeldung erforderlich: besucherservice@juedisches-museum.org

Die Personenzahl ist auf 25 in dem Saal begrenzt und daher können nur wenige  Gäste teilnehmen. Insbesondere Fürther Nachkommen bitten wir per Email sich wegen einer Teilnahme an uns zu wenden. Gerne stellen wir den Kontakt zu anderen Nachkommen her. Es wird eine professionelle Videoaufzeichnung geben.

 

Auf der Veranstaltung werden Film- und Tonaufnahmen sowie Fotos gemacht, mit deren auch späteren Verwendung Sie sich durch den Besuch der Veranstaltung einverstanden erklären. Wenn Sie nicht fotografiert oder gefilmt werden möchten, wenden Sie sich bitte an: presse@juedisches-museum.org. Sie können sich auch direkt an den/die Fotograf*in oder den/die Kameramann/-frau ansprechen.

Details

Datum:
So, 13. Februar 2022
Zeit:
13:00 - 16:00

Weitere Angaben

Museumseintritt
Eintritt frei
Barrierefrei
ja
Anmeldung
erforderlich: besucherservice@juedisches-museum.org
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