Die Frage des Monats

Der „neue“ Antisemitismus

Technische Universitaet Berlin, TUB, Verabschiedung von Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TUBVortrag von Professor em. Dr.  Wolfgang Benz im JMF Fürth: Der „neue“ Antisemitismus
So, 19.5.2019, 15 Uhr | JMF Fürth
Eintritt: 8 € / 5 € erm. / 1 € Fürth Pass
Kartenreservierung möglich unter 0911-950988-88 (Kartenkauf an der Tageskasse)

Der Judenhass lebte fort, daneben entstand nach dem Holocaust ein mit neuen Argumenten operierender Antisemitismus, der Scham- und Schuldgefühlen entspringt. Der oft beschworene „neue Antisemitismus“ ist dagegen nichts anderes als die monotone Judenfeindschaft mit ihren Stereotypen, Legenden, Unterstellungen und Schuldzuweisungen, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat. Antisemitismus ist ein zentrales Element des Rechtsextremismus, aber er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Doch nicht nur Judenhasser bieten Anlass zur Sorge. „Islamkritiker“ denunzieren pauschal alle Muslime als Judenfeinde und Überengagierte versuchen, Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel zu verengen und beziehen in ihr Verdikt jede kritische Haltung zur israelischen Politik mit ein. Objektive Kriterien, was Antisemitismus ist, wie er sich historisch entfaltete, in welchen Formen er vorkommt, wie Judenfeindschaft von Israelkritik abzugrenzen ist, sind für eine differenzierte Betrachtung unentbehrlich.

Prof. Dr. Wolfgang Benz ist Historiker. Er lehrte bis 2011 an der TU Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zum Holocaust und zur Ressentimentforschung.

In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.