Die Frage des Monats

Internationaler Museumstag

Logo des Internationalen Museumstags 2019. Das Jüdische Museum Franken in Fürth ist mit freiem Eintritt und einem Vortrag dabei. So, 19.5.2019

 

Freier Eintritt
(10-17 Uhr JMF Fürth, 12-17 Uhr JMF Schnaittach & Schwabach)
14 Uhr: Kostenlose Führung in Schwabach & Schnaittach
15 Uhr: Vortrag „Der „neue“ Antisemitismus“

 

 

 

Nahaufnahme des Fachwerks des Jüdischen Museums Franken in Schnaittach.

  • 14 Uhr, kostenlose Führung in Schnaittach: „Medinat Aschpah“ – Jüdisches Leben auf dem Lande

Das Jüdische Museum Franken in Schnaittach wurde in der 1570 erbauten Synagoge mit angegliedertem Rabbiner- und Vorsängerhaus eröffnet, zu der auch ein Ritualbad gehört.
Nicht nur dieses besondere Gebäudeensemble, sondern auch die außergewöhnliche Sammlung des Museums werden auf dem Rundgang erkundet: Die Ausstellung präsentiert den bedeutendsten Bestand an Sachzeugnissen jüdischer Landkultur in Süddeutschland. Sie umfasst Dinge des religiösen Rituals, aber auch zahlreiche Alltagsgegenstände der jüdischen Landgemeinden. Die einmalig erhaltene Architektur und die Objekte zeugen bis heute von der einstigen Bedeutung jüdischer Landgemeinden in Franken mit ihren Riten, Bräuchen und Traditionen.

 

 

  • 14 Uhr, kostenlose Führung in Schwabach: Jüdisches Schwabach

Warum steht ein gejagter Hase im Mittelpunkt des Jüdischen Museums Franken in Schwabach? Und was hat er mit Sukkot, dem jüdischen Laubhüttenfest zu tun? Lernen Sie das historische Museumsgebäude in der Synagogengasse mit seiner Geschichte und entdecken Sie mit uns einen einzigartigen Schatz fränkisch-jüdischen Kulturerbes. Erkunden Sie zudem das ehemalige jüdische Viertel Schwabachs mit seinem bis heute erhaltenen historischen Gebäudeensemble aus Synagoge, Rabbinerhaus, Lehrhaus und vielen weiteren. Diese und die Geschichten ihrer einstigen Bewohner sind lebendige Zeugen fränkisch-jüdischen Lebens in all seiner Vielfalt.

 

Technische Universitaet Berlin, TUB, Verabschiedung von Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TUB

  • 15 Uhr, Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz in Fürth: Der „neue“ Antisemitismus

Eintritt: 8 € / 5 € erm. / 1 € Fürth Pass
Kartenreservierung möglich unter 0911-950988-88

Der Judenhass lebte fort, daneben entstand nach dem Holocaust ein mit neuen Argumenten operierender Antisemitismus, der Scham- und Schuldgefühlen entspringt. Der oft beschworene „neue Antisemitismus“ ist dagegen nichts anderes als die monotone Judenfeindschaft mit ihren Stereotypen, Legenden, Unterstellungen und Schuldzu-weisungen, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat. Antisemitismus ist ein zentrales Element des Rechtsextremismus, aber er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Doch nicht nur Judenhasser bieten Anlass zur Sorge. „Islamkritiker“ denunzieren pauschal alle Muslime als Judenfeinde und Überengagierte versuchen, Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel zu verengen und beziehen in ihr Verdikt jede kritische Haltung zur israelischen Politik mit ein. Objektive Kriterien, was Antisemitismus ist, wie er sich historisch entfaltete, in welchen Formen er vorkommt, wie Judenfeindschaft von Israelkritik abzugrenzen ist, sind für eine differenzierte Betrachtung unentbehrlich.

Prof. Dr. Wolfgang Benz ist Historiker. Er lehrte bis 2011 an der TU Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zum Holocaust und zur Ressentimentforschung.

 
In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.