Die Frage des Monats

Georg

Portrait von Barbara Honigmann, ©Peter-Andreas Hassiepen.Lesung mit Barbara Honigmann
Di, 21.5.2019, 19 Uhr | JMF Fürth (Ernst Kromwell Saal)
Eintritt: 8 € / 5 € erm. / 1 € Fürth Pass
Kartenreservierung möglich unter 0911-950988-88

 

Wenn Barbara Honigmann das Leben ihres Vaters erzählt, Deutscher und Emigrant, Jude und Kommunist, dann macht ihr unvergleichlicher Ton aus einer persönlichen Familiensaga die Geschichte des deutschen 20. Jahrhunderts.

„Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. Er wurde älter, aber seine Frauen blieben immer um die Dreißig… Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte…“, das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung: „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude“.

Barbara Honigmann erzählt lakonisch und witzig, traurig und mitreißend von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Sippe: Ein schmales Buch, aber ein großes Buch über Deutschland und die bewegende nachgetragene Liebeserklärung an einen außergewöhnlichen Mann: „Das war Georg, mein Vater.“

Barbara Honigmann, geboren 1949 in Ost-Berlin, arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Für ihre Werke erhielt Honigmann zahlreiche Preise, u.a. den Heinrich-Kleist-Preis, den Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich und zuletzt 2018 den Jakob Wassermann-Preis.