Die Frage des Monats

Der Architekt Hermann Zvi Guttmann und jüdisches Bauen in Bayern nach 1945

Vortrag von Dr. Alexandra Klei
Di, 28.5.2019, 19 Uhr | JMF Fürth
Eintritt: frei für FV-Mitglieder, 5 € für Nicht-Mitglieder

Hermann Zvi Guttmann (1917-1977) war einer der wichtigsten Synagogenarchitekten in Nachkriegsdeutschland. Neben Neubauten in Offenbach, Düsseldorf und Hannover plante er ab dem Ende der 1950er Jahre für verschiedene jüdische Gemeinden in Bayern. So entstanden mit seiner Unterstützung Beträume in Augsburg, Bayreuth und Fürth, daneben realisierte er die Synagoge in Würzburg und das Jüdische Mahnmal auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte in Dachau. In seinen Unterlagen lassen sich zudem nicht umgesetzte Pläne für eine Synagoge in Hof oder ein Mahnmal zur Erinnerung an die zerstörte Hauptsynagoge in München finden.

Der Vortrag wird diese Vorhaben vorstellen und sie dabei sowohl in das Wirken Guttmanns als auch in die Möglichkeiten und Bedingungen für jüdisches Bauen nach 1945 in Westdeutschland einordnen.


Alexandra Klei promovierte am Lehrstuhl Theorie der Architektur an der BTU Cottbus über das Verhältnis von Architektur und Gedächtnis am Beispiel der KZ Gedenkstätten Buchenwald und Neuengamme. Ihre Forschungsschwerpunkte sind jüdisches Bauen nach 1945, die Re-Konstruktion der White City Tel Aviv, Erinnerungsorte und Holocaust Landscapes. Sie ist zudem assoziiert am Zentrum jüdische Studien Berlin-Brandenburg und Lehrbeauftragte am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr Universität Bochum. Für ihre Publikation „Jüdisches Bauen in Nachkriegsdeutschland. Der Architekt Hermann Zvi Guttmann“ (Berlin: Neofelis Verlag 2017) erhielt sie im Dezember 2016 den Rosl und Paul Arnsberg-Preis.
Alexandra Klei ist zudem Kuratorin als tätig und arbeitet u.a. als Redakteurin bei Medaon, dem Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung.


Eine Veranstaltung des Fördervereins Jüdisches Museum Franken e.V.