Die Frage des Monats

Warum bedecken sich religiöse Frauen ihre Haare nach der Hochzeit?

Durch ein Kopftuch oder eine Perücke, auf Jiddisch Scheitel genannt, signalisieren religöse jüdische Frauen ihrer Umwelt, dass sie verheiratet sind und sich nach den traditionellen Vorstellungen der Schicklichkeit richten.

Die erste Begegnung zwischen Rebekka und Isaak liefert den biblischen Ursprung: »Rebekka blickte auf und sah Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herunter und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.« (1.  Buch Mose 24, 64f)
Als Brauch setzte sich das Bedecken der Haare im 15. Jahrhundert durch und wird seither vom orthodoxen Judentum befolgt.

In den strenggläubigen chassidischen Gemeinden, die im 18. Jahrhundert in Osteuropa entstanden, war es sogar üblich, dass Frauen sich zur Hochzeit alle Haare abschnitten und danach das Tichel, ein Kopftuch, trugen. Dennoch gab es zwischen den verschiedenen orthodoxen Strömungen immer graduelle Unterschiede in der Auslegung, ob nach der Hochzeit alles Haar verhüllt bleibt oder wie viel von ihrem Haar eine Frau zeigt. Heute bedecken orthodoxe Frauen ihre Haare mit Scheitel, Tuch, Barett (einer Baskenmütze) oder Haarnetz.

Egal für welche Variante sich eine verheiratete Frau entscheidet, sie kann aus einem vielfältigen modischen Angebot wählen. Eine Anleitung zum Binden attraktiver Tichel stellt etwa die Website www.wrapunzel.com vor; wie ansprechend ein Scheitel sein kann, lässt sich auf www.sheitel.com herausfinden.
Viele Frauen lehnen es heutzutage hingegen grundsätzlich ab, ihre Haare aus Gründen der Schicklichkeit vollständig zu bedecken.

Miriam Goldmann, Kuratorin der Ausstellung „Cherchez la femme“, Jüdisches Museum Berlin


"Warum wurde Fürth im 2. Weltkrieg nicht wie Nürnberg bombardiert?"

Luftbild von Fürth noch vor 1938.Als „Stadt der Reichsparteitage“ war Nürnberg einer der wichtigsten Orte der NS-Propaganda. Viele kriegswichtige Industrieunternehmen wie MAN, Diehl und Siemens-Schuckertwerke waren hier ansässig. Durch die geographische Lage war es den Alliierten jedoch erst im späteren Verlauf des Krieges möglich, großflächige Angriffe zu fliegen.

Das Ausmaß der Zerstörung zwischen Nürnberg und Fürth ist kaum miteinander vergleichbar. Fürth kam zwar gut davon, wurde aber keineswegs von Angriffen verschont.
Strategische Ziele hier waren v.a. die Flugzeugwerke Bachmann von Blumenthal und Co. Neben der Industrieanlage wurden bei mehreren Angriffen auch etliche zivile Gebäude getroffen. Insgesamt wurde Fürth zu mehr als 10% zerstört. In Folge der Luftangriffe verloren 448 Menschen ihr Leben.

Die Behauptung, dass die geringe Zerstörung Fürths den emigrierten Juden zu verdanken sei, die schützende Hände über ihre ehemalige Heimatstadt gehalten hätten, ist nicht haltbar. Es existierte keine jüdische Lobby, die einen derartigen Einfluss auf die Führung der Alliierten gehabt hätte.


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