Die Frage des Monats

Jiddisch in Franken

Lektion 2: Er ist der chochem von der manischtanne

Gesprochen von Christoph Grube

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 

Lektion 1: Gibmer a boor Eezes, sonst geh ich machulle

Gesprochen von Christoph Grube

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 


 

Geschichte des Jiddischen in Franken
Vom Hochmittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sprachen und schrieben Juden in Franken eine Sprache, die früher als „Jüdischdeutsch“, heute als „Jiddisch“ bezeichnet wird. Es handelte sich um einen süddeutschen Dialekt, der sich von der Sprache der Nichtjuden durch den Gebrauch vieler hebräischer Lehnwörter und in seiner geschriebenen Form durch die Verwendung der hebräischen Schrift unterschied.
Die fränkischen Juden lebten zum größten Teil in kleinen Städten und Dörfern auf dem Land. Die Gemeinden bestanden aus maximal zwei- bis dreihundert Personen, waren aber meist noch viel kleiner. Nur das große religiöse jüdische Zentrum Fürth stellte mit 2500 Personen israelitischer Religionsangehörigkeit eine Ausnahme dar.
Die meisten jüdischen Männer übten Berufe aus, die mit dem Handel mit landwirtschaftlichen Gütern zu tun hatten. Insbesondere der Viehhandel kann als „jüdischer Beruf“ bezeichnet werden. Die Händler entwickelten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit eine Fachsprache, die noch viel stärker mit hebräischen Lehnwörtern angereichert war, als das alltägliche Jiddisch. Sie nannten diese Sprache „Loschen kodesch“ = „heilige Sprache“ wegen ihres hohen Anteils an hebräischem Wortschatz.
Mit der Emanzipation und der daraus resultierenden Assimilation starb Jiddisch zunächst als geschriebene, dann auch als gesprochene Sprache aus. Was blieb, waren eine Reihe hebräischer Wörter, die nun von Juden und von Nichtjuden in nahezu gleicher Anzahl verwendet wurden. Viele dieser Wörter, wie „schmusen“ , „zocken“, „Massel“ etc. sind heute fester Bestandteil der deutschen Umgangssprache.
In einigen ländlichen Ortschaften blieb auch das „Loschen kodesch“ der Viehhändler lebendig. Unter dem Namen „Lachoudisch“ wird es heute noch von Alteingesessenen im Marktflecken Schopfloch bei Dinkelsbühl gesprochen.

PD Dr. Alfred Klepsch