Die Frage des Monats

Der sechseckige Stern ist ein jüdisches Symbol …

Ein Beitrag von Christiane Twiehaus, Kuratorin am Jüdischen Museum Franken

Der sechseckige Stern, das Hexagramm, wird heute vor allem als Davidstern mit dem Judentum in Verbindung gebracht. Im Hebräischen wird das Zeichen Magen David genannt, der Schild Davids. Der Legende nach soll König David seinen Schild mit einem sechseckigen Stern verziert haben. Auch wird der Stern als Siegel Salomos bezeichnet. Dies geht auf eine orientalische Volksüberlieferung zurück, nach der König Salomo einen magischen Siegelring mit einem Hexagramm besaß, der ihm Macht über das Dämonenreich verlieh.

Bereits im Altertum findet sich das Hexagramm bei verschiedenen Völkern, beispielsweise bei den Ägyptern als Schutzsymbol für das Haus. Diese Schutzsymbolik hat sich in Amuletten in einigen Religionen über viele Jahrhunderte fortgesetzt. Auch der Islam hat das Hexagramm übernommen, es findet sich in Handschriften und auch als Zierelement bei Moscheen. Als Siegel Salomos fand es Verwendung in den Flaggen einiger mittelalterlichen türkischen Fürstentümern, wie etwa Candar und Karaman.
Noch heute wird das Hexgramm auch in nichtjüdischen Kontexten verwendet. So ist etwa das Symbol der Polizei der Republik Trinidad and Tobago ein blaues Hexagramm. Zu Beginn der 1930er Jahre führte der neue britische Regimentschef auf dem Inselstaat, Oberst Arthur Stephen Mavrogordato, das Symbol ein. Seine Motivation lässt sich leider nicht mehr zurückverfolgen, er war jedoch zuvor in Palästina stationiert.
Auch zeigt das Wappen des Königs von Nepal ein Hexagramm. Dieses steht im Hinduismus für die Verbindung zwischen weiblich und männlich und für die Einheit mit dem Gott Brahma.

Im Judentum ist der Davidstern ist erst seit dem späten Mittelalter ein populäres Symbol. 1354 erlaubte Kaiser Karl IV den Prager Juden eine Flagge mit dem Davidstern und seit dem 18. Jahrhundert wurde der Stern allmählich zum allgemeinen Glaubenssymbol.

Oft begegnet man vor allem in Süddeutschland einem vermeintlichen »Davidstern« an Wirtshäusern. Hierbei handelt es sich um den Brauerstern, das Zunftzeichen der Brauer und Mälzer. Es symbolisiert drei für das Brauen wichtige Elemente: Wasser, Feuer und Luft, hat also auch alchemistische Bedeutung. Zudem ist es ein Ausschanksymbol und zeigte im Mittelalter Gästen an, wo Getränke zu bekommen waren.

Übrigens: Entsprechend zum Roten Kreuz hilft in Israel der Rote Davidstern Menschen in Notlagen.


Nur Männer tragen eine Kippa und werden Rabbiner?

Foto: © Christian Grau

Eine Widerlegung von Rabbinerin Elisa Klapheck (weiterlesen)