Andere Umstände

Von Magie, Medizin und Mäzenen

 06.11.07 bis 30.03.08

Wer sich in »anderen Umständen« befindet, durchlebt eine der alltäglichsten und gleichzeitig aufregendsten Lebensphasen: die Zeit der Schwangerschaft und Geburt. Auf die »Herstellung« und »Überwindung« dieses besonderen »Schwellenzustandes« versuchen Menschen seit jeher Einfluss zu nehmen, sei es mit Hilfe von magischen, religiösen oder medizinischen Mitteln.

 

Auch Ort und Umstand der Geburt spielen eine wichtige Rolle. So ist Anfang des 20. Jahrhunderts für Frauen in wirtschaftlicher und sozialer Not die Entscheidung zwischen Hausgeburt und Klinik oftmals eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. Zu dieser Zeit stiftet der Rechtsanwalt Alfred Nathan seiner Heimatstadt Fürth die Geburtsklinik »Nathanstift« und verbessert so die Situation von Schwangeren und Säuglingen.

Am Beispiel des vor hundert Jahren gegründeten Nathanstifts nähert sich die Sonderausstellung den Themen Schwangerschaft und Geburt im Spiegel jüdischer und christlicher Traditionen und kontrastiert sie mit den Neuerungen des medizinischen Zeitalters. In einem zweiten Teil erinnert die Ausstellung an die jüdische Stifterfamilie Nathan: »Andere«, durch den Nationalsozialismus eingeleitete »Umstände«, zwingen die letzten Familienmitglieder 1938 in die Emigration.

Am Beispiel des vor hundert Jahren gegründeten Nathanstifts nähert sich die Sonderausstellung den Themen Schwangerschaft und Geburt im Spiegel jüdischer und christlicher Traditionen und kontrastiert sie mit den Neuerungen des medizinischen Zeitalters. In einem zweiten Teil erinnert die Ausstellung an die jüdische Stifterfamilie Nathan: »Andere«, durch den Nationalsozialismus eingeleitete »Umstände«, zwingen die letzten Familienmitglieder 1938 in die Emigration.

28.09. bis 11.11.07

Die kunst galerie fürth und das Jüdische Museum Franken in Fürth zeigen vom 28. September bis 11. November 2007 Werke von der in New York lebenden Künstlerin Ruth Liberman.

In Ihren Arbeiten thematisiert Ruth Liberman eindrucksvoll und oft ironisch die Bedeutungsebenen von Erinnerung und Schrift. So gestaltet die Künstlerin etwa Erinnerungstexte neu, die in den Vernichtungslagern oder amerianischen Gefängnissen entstanden sind. Die kunst galerie fürth präsentiert Ruth Libermans Repertoire, das von filigranen Papierarbeiten, poetisch-mehrdeutigen Collagen bis hin zur inszenierten Erschießung einzelner Wörter reicht.

Bedeutungsebenen des Wortes »Jude« macht die Künstlerin zum Thema einer Klanginstallation und einer Videoarbeit, die das Jüdische Museum Franken in Fürth zeigt.

Zur Ausstellungseröffnung wird die Künstlerin anwesend sein. Zur Eröffnung spricht die Kunsthistorikerin Monique Behr, Frankfurt am Main. Eine Broschüre zur Ausstellung erscheint in deutscher und englischer Sprache mit einem Beitrag von Monique Behr.

25.4.07 bis 2.9.07

Jerusalem, heilige Stadt von drei Weltreligionen, ist in Deutschland auch Metapher für einstiges jüdisches Leben geworden.

Nach Fürth zogen im ausgehenden Mittelalter viele Juden, nachdem sie aus den großen Reichsstädten wie Nürnberg vertrieben worden waren. Hier fanden sie Zuflucht und eine neue Heimat. Im Austausch gegen eine hohe Besteuerung genoss die jüdische Gemeinde in Fürth eine relative Freizügigkeit und entwickelte sich bis ins 19. Jahrhundert hinein zum jüdischen Zentrum Süddeutschlands mit zehn Synagogen und Betstuben, einer bedeutenden Talmud-Lernstätte und einer hebräischen Druckerei. In Fürth begann der Verleger Leopold Ullstein seine Karriere, Fürth war auch Heimat der Vorfahren des Begründers der New York Times, Adolph S. Ochs, sowie Geburtsstadt des ehemaligen US-Außenministers Henry A. Kissinger.

Anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Fürth befasst sich das Jüdische Museum Franken mit dem Mythos "Jerusalem" in Fürth. Die Ausstellung zeigt auch die Vielzahl der Städte, die früher und heute den Beinamen Jerusalem führen - Städte wie etwa Toledo, Amsterdam, Wilna, Frankfurt und Pjöngjang. Die Schau dokumentiert die Vielfalt und Pracht jüdischen Lebens in Fürth mit kostbaren und seltenen Exponaten und spannt einen Bogen zwischen Heimat und Exil, Zuflucht und Vertreibung.

Begleitprogramm und Führungen

11.11.06 bis 25.3.07
Eröffnung: Donnerstag, 09.11.06, 18:30 Uhr

Mehr als 60 Jahre nach der Verwüstung der Schnaittacher Synagoge in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 erhält das Jüdische Museum Franken in Schnaittach einen von ursprünglich vierzehn Synagogenleuchtern für die Museumssammlung zurück.

Die Synagogenleuchter von Schnaittach galten lange als zerstört oder verschollen. Im Rahmen der Reihe »Objekte mit Geschichte« wird die wechselvolle Geschichte des 270 Jahre alten Leuchters vorgestellt. 202 Jahre lang erfüllte er in der Synagoge seine Bestimmung. 68 Jahre lang, seit der Pogromnacht, befand er sich an wechselnden Orten in privaten Händen. Ein Vermächtnis sicherte nun seine Rückkehr. Seine Existenz wirft die Frage nach dem Schicksal der weiteren Synagogenleuchter von Schnaittach auf.


Die Unternehmer und Mäzene Berolzheimer

24.10.06 bis 25.2.07
Eröffnung: Sonntag, 22. Oktober 2006, 14 Uhr

Die Förderung der Künste und Wissenschaften durch das wohlhabende Bürgertum war in Deutschland vor hundert Jahren weit verbreitet. Dabei orientierten sich großzügige Stifter am Gemeinwohl und gaben einen Anstoß zu gesellschaftlichen Reformen.

In Fürth und Nürnberg stiftete der Bleistiftfabrikant Heinrich Berolzheimer die ersten Volksbildungsheime und ein Künstlerhaus für die breite Bevölkerung.

Die Ausstellung beschreibt anhand von Erinnerungsstücken aus dem Privatbesitz den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg der Unternehmerfamilie Berolzheimer. Im Zentrum der Schau steht ihr Auftreten als Mäzene und die Bedeutung ihres gesellschaftlichen Engagements, das die Familie bis heute pflegt. Dabei wird erstmals eine Auswahl bedeutender Kunstschenkungen an die Städte Fürth und Nürnberg gezeigt.

Zu Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Führungen und Kinderprogramm.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Fürth